Fischerspruch

Fischerspruch 2016

von Oberfischer Jürgen Kolb

Ui all do dond en guata Morga,
am Hoimatfescht geit´s koine Sorga,
willkomma all en onserm Schlag.
Auswärtig Gäscht vo woiß wo hera,
ond Hiesige mit Huat ond Bära,
mir feirat mitnand Fischrdag.

Der huir kennt a Bsondra wera,
warom des werada glei hera,
hau a weng was zom vrzella.
Vo Zuig was diea letscht Zeit so gloffa,
ond auf was mir derfet no hoffa,
schmier mit Schorle no mei Lella.

A nuir Büttl schwingt jetzt d´Schella,
ond d´Garde duat sich om ehn schtella,
samt ihrem nuia Kommandant.
S´eschte Moal hand se geschtern gschprocha,
des Ausruafa isch doch guat gloffa,
zwoi frische Grend em alta Gwand.

Wenn´s nau zuagoht auf d´Wentr bald,
vielleicht hot´s scho gschneit ond s´isch sau kalt,
d´Ivo zieagt vom Rauthaus naus.
All sa ´pfia Gott´, d´Schreibtisch rauma,
no oimoal vo de Schtadträt drauma,
dann isch diea Amtszeit wirklich aus.

Jetzt kommat bald diea Abschiedsronda,
ond Gschenkla diea d´Leit hand halt gfonda,
Rückblicke auf alls was war sche.
Es war halt viel außergewöhnlich,
ond alle kennat sich persönlich,
noch 36 Jauhr OBe.

Mir Fischr auf d´Schrannabrucka,
diea kennat di it alle drucka,
obwohl mir´s wirklich dädat gära.
Danksche mechtet mir heit alle sa,
so laut, dass eam s´lauft d´Buckl na,
zieagat d´Huat – lupfat d´Bära.

Jetzt fahr mr alle wieder runter,
in Schtoihoi goht´s drüber ond drunter,
der Zehntschtadl kommt it ans End.
Anschtatt sich endlich zemat z´raufa,
keiat s´Projekt über d´Haufa,
a baar so Buscht send daub ond blend.

D´Raba isch fedig – klopf auf Holz,
d´Wiat freit sich ond platzt schier vor Schtolz,
jedr zom nuia Rohrbeck rennt.
Des Eassa isch it zom vrachta,
ond oba kasch jetzt übernachta,
fascht kennt ma sa er sei aufbrennt.

Schweda gangat bei ons ei ond aus,
ond planat a nuies Möbelhaus,
em Weschta bei d´Autobah.
Beim Eikaufa kasch dann vrnolla,
diea Zimtschneckla ond Hackfloischbolla,
diea ma em blaua Haus preist a.

Ikea isch ganz gwieß a Magnet,
doch brauchat mir des Gesamtpaket,
mit no zig Läda außarom?
Do muaß ma sich no zemat setza,
ond über d´Fachmarktgröße schwätza,
dass mir vrherrad au des Drom.

Es hot ja wirklich arg lang daurat,
manche hand ja fascht scho gmaurat, bis
zur Kandidatapräsentanz.
Jetzt send diea Büchsa endle offa,
ond alle dond auf Schtimma hoffa,
ond auf des Wählers Akzeptanz.

Schaulaufa isch jetzt die Devise,
sich täglich zoiga – Schtimmakquise,
bleibt zom gscheit Schaffa gar koi Zeit.
Mit Hinz ond Kunz kommt ma zom Schwätza,
wer will ka sich auf´s Sofa setza,
zom iberzoiga halt diea Leit.

Wohera se send, was se alls dond,
ond was se dau hand, au megat d´Hond,
ond emmr freindlich intressiert.
Au moal hi ond da en Wurschtsalat,
allzeit sauber gricht ond akkurat,
ond überall glei integriert.
Ja lieabe Fischr was soll i sa,
wiea´s aussieht weard´s garantiert a Ma,
der lauft en onsr Rauthaus ei.
Wer´s wirklich weard isch doch it egal,
i sel be dobei gwieß it neutral,
zieagat eich sel diea Herra nei.

All Hauseck schtoht a mords Krana rom,
viel weard ganz nui, manchs baut ma om,
d´Wohnbau boomt em Schtädtle gwieß.
Weil emmr no meh Leit komma wend,
diea vrlickert hand wiea sche mirs hend,
als Vorschtufe zom Paradies.

Wenn d´Fischrdag isch mora rom,
zieagat fascht 5000 Leit sich om,
dem Feschtschpiel entzieht sich koinr.
Ganz guat schtoht eis des zu Gesichte,
der Umgang mit oigner Geschichte,
morga send mir Wallaschtoinr.

Doch vorher losat meine Gsella,
hot´s no en Bach voll mit Forella,
den sott ma no schnell macha leer.
Richdat eire Bära ond Hosa,
om Achte auf d´Böller losa,
jetzt muass a nuir Kenig her.


Höh! Höh! Höh!