19. bis 26. Juli 2020

Fischertagsverein

Fischerspruch 2019

von Oberfischer Jürgen Kolb

Fischr dond a wenga losa,
vor´s em Bach geit nasse Hosa,
ond noch dem schena Fischrzug,
frei ih mih auf mein bleachna Kruag.
 
Viel hohe Leit wo na ih guck,                        
auf d´Obrigkeit nem ih en Schluck,
ond griaß vom Faß zom Hoimatfescht,
eisern OBe ond seine Gäscht.
 
Er kommt ja fascht niea meh alloi,
immr drbei sei Nummer Zwoi,
winkt bei Reaga, Schnee ond Hitze,                
als Memminger Doppelschpitze.
 
Wiea´s jeds Jauhr Brauch no vor em Juck,
schwoift eisr Blick a Jährle zruck,
alls was ons brocht haut aus d´Ruah,
was grota isch ond druckt em Schuah.
 
Mit manche Thema diea in Gang,
beschäftigt ma sich fiechtig lang,
es weard priaft, gleasa, disputiert,
ond ausanander dividiert.
 
Weil zom Schluß niea jedr zfrieda,
ghert noch Abwägung entschieda,
ond vor d´Legislatur am End,
mir a baar Häkla setza wend.
 
Wiea ond wo dond Schtadtbus fetza,                
d´Hurraschtroaß muass ma vrsetza,
was koscht eis jetzt d´Bädrbau,                
füar d´Umwelt sott ma au meh dau.
 
Was send des füar koize Zeita,
oi nix lieabr dond wiea schtreita,
scheiß egal was d´Mehrhoit mecht, moint
d´oigne Gwaltarsch sei em Reacht.
 
Ih komm zescht ond meine Flausa,
was raus kommt duat mih it mausa,
wer so drhera schwätzt ond denkt,
Gemeinweasa an Nagel hängt.
 
Dass ma beim Bahhof lange Zeit,
it grabt, baut, naglat, Schtoinr beigt,
haut d´Mehrheit per Wahl entschieda,                    
drom bleibt der alt Gruscht jetzt liega.                    
 
Der Vorschlag war scheint´s it guat gnua,
Leit sotsch mitnemma no drzua,
heitsdag muasch wenn was soll laufa,
dei Idee sauguat vrkaufa.
 
Jetzt fangt ma me vo vona a,
braucht Inveschtora ond en Pla,
neamad woiß wiea lang des daurat,
ob zom Schluß oi wiedr maurat.
 
So funktioniert Demokratie,
fairer Schtreit ond Empathie,
dann in Demut akzeptiera,                    
gilt füar s´Gwinna ond Vrliera.
                    
D´Oberökolog vo Hausa,                        
duat sich vor de Oigne grausa,
weil diea partout it so wend dau,
wiea er halt moint, weil er so schlau.
 
Wenn sel bloß oberwichtig bisch,
wischt sich manches ganz leicht vom Disch,
Schtadtvrwaltung, Rautskollega,
miassat sich noch ehm bewega.
 
Nägschtes Jauhr send doch me Wahla,
ond do zählat Schtemma, Zahla,
so brengt ma sich in Positio,
ond foigat om da gröschte Loh.
 
Vor em Kino geit´s Gedränge,
lauft ´Fischrdag´ in Schpielfilmlänge,
Pfausi´s Projekt beeindruckt frei,
diea halbe Schdtadt schpielt Polizei.
 
Oba isch d´Mate nackat,
s´Turmkreuz in d´Halle flackat,
mir´s vor em Abschturz grettat hand,
war unda rom echt schlecht beinand.
 
Des Drom ka ma au meh richta,
zescht gilt´s Koschta halt zom sichta,
gnua Geld muasch hau bevor´s geisch aus,                    
gilt au füar s´Dach vom Färberhaus.
 
Vergiss Rom, Shanghai ond Paris,
d´allerbeschte Trip isch gwieß,
onsr Schdtädtle zom Flaniera,
Gugga, Eassa ond Loschira.
 
Bis England schätzt ma eisern Schtand,
ond schtaunt was mir zom bieata hand,
scho lang hand des gwisst alle hier,
die Nummer Eins der Welt send mir.
 
Zur Maxischtroaß haut er fescht ghert,
mir hand d´Binder Franz vrehrt,
der onsern Hoimatfeschtvrei,
so viele Jauhr begleitet trei.
 
Organisiera war sei Sach,
als Wallaschtoinr ond em Bach,
gwisst hausch beim Blick ins Fenschtr nei,
des muass a bsondra Kerle sei.
 
Wer aufbasst haut ond Versla zählt,
vrliggrat dass it viel fehlt,
ond ih do hob be fetig heit,
an Bach zom komma roicht diea Zeit.
 
Bis zom Schluß dond mir eis wehra,
haltad onsr Fescht in Ehra,
Traditio wend it vrwischa,
send ond bleibat Schdtadtbachfischr.
 
 
Höh!  Höh!  Höh!