Zum Geleit
Zum Geleit - von Karl-Hans Angerer, Oberschmotzer (1965 - 2005)
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Zum Geleit

von Karl-Hans Angerer

Es war 1964 nach der Fischerversammlung in der Weizenbrauerei, als mich der damalige 1. Vorsitzende
des Fischertagsvereins Max Schmid fragte, ob nicht wir von der Evangelischen Gemeindejugend in Zukunft die Schmotzgruppe übernehmen könnten. Wir haben dies untereinander besprochen und vor nun fast 40 Jahren auch zugesagt. Es dauerte aber noch lange bis wir unseren ersten Auftritt hatten, da der gesamte Schmotz nach den Ausschreitungen 1963, am Auszug des Fischerkönigs 1964 ausgeschlossen war und nur ein Täfelesträger auf die Schmotzgruppe hinwies. So kamen am Memminger Fischertag 1965 zwanzig neue Schmotzer aus der Gemeindejugend zu ihrem ersten Einsatz. Teilweise sahen wir schon recht wild aus, denn Perücken, Schminke oder gemalte Zahnlücken verwandelten uns beim „Theaterfrisör Ammann“ in der Ulmer Straße fast bis zur Unkenntlichkeit. Wir fieberten natürlich schon bei den Vorbereitungen auf den ersten Umzug hin. Der Ideenreichtum der Schmotzer von damals hat sich bis heute in den vielen Jahren ständig gesteigert. Es ist eine verschworene Gruppe gewachsen. Viele Individualisten mit Fach- und Sachverstand, Organisationstalent, handwerklichem Können arbeiten so zusammen, dass der Schmotz Jahr für Jahr am Fischertag für die Besucher des Biwaks, die Leute beim Umzug, beim Bachschmotz, oder bei den Auftritten, ein nicht wegzudenkender Beitrag zu unserem Memminger Fischertag wird.

Er ist wirklich eine besondere Gruppe - unser Schmotz - und wer dabei sein darf, muss Humor mitbringen und Spaß verstehen, denn die Schmotzer nehmen nicht nur Außenstehende, sondern auch sich selbst gerne auf die Schippe, das traditionelle Handwerkszeug der Bach-
säuberung! Seit vielen Jahren ist der Eintritt in den Schmotz an eine Voraussetzung gebunden, die unser verstorbener Ehrenschmotzer Hermann Pfeifer in seinem Gedicht über den Schmotz so beschrieb:

„...Zom Schmotz nemmt ma bloß sette Leit‘,
diea luth’risch kennet senga.
Oi Glück, daß da hetluth’risch bisch,
nau kasch en vier jauhr lacha,
wenn d‘ krieagt hausch Brot ond Wei am Tisch,
- deafsch au beim Schmotz mitmacha!“


Ich wünsche und hoffe für die Schmotzgruppe zu diesem Jubiläum, dass der Geist, die Freundschaft und die Aktivität allen Schmotzern noch lange erhalten bleiben und sie weiterhin so herzlich verbinden.

Karl-Hans Angerer
Oberschmotzer