Fischerspruch 2006
von Oberfischer Jürgen Kolb
 

Der Fischerspruch 2006

von Oberfischer Jürgen Kolb

Land ui grüaßa, lieabe Fischr,
scheints ihr werad allweil frischr,
wenn’s zuagoaht auf d´Achteschlag.
Mir haltat onsr Fescht en Ehra,
oinr ka heit Kenig wera,
a ´Höh´ auf onsrn Fischrdag.

D´Hompa lupf ih a zom proschta,
auf alle dia an hoa Poschta,
sich hoißat Raut odr OBe.
Dem gilt a bsondrs großr Schluck,
der fenfazwanzig Joahr am Schtuck,
regiert des Schtädtle gar so sche.

Beim Rückblick sich d´Bürga wondert,
was en oim viertl vom Joahrhondert,
fedig wora, was alls gscheah.
Was flagga blieba ond no offa,
mitnand apackt – mir wellats hoffa,
erledigt isch bis zwoinullzeah.

Weil duss s´Schtadion weard gricht,
er hält ja au was´r vrschpricht,
wois ih alls Nama scho an scheana.
Ih däd, drauf gib ih Brieaf ond Schtempl,
hoißa da nuia Fuaßballtempl,
“Ivo-Holzinger-Arena”.

Vier Wocha lang, wiea war des sche,
hoats en de Grend bloß Fuaßball ge,
FIFA WM em oigna Land.
Diea ganze Welt als Gäscht bei Freind,
all Farba, Rassa froh vreint,
alls jublat, danzat Hand en Hand.

Zletscht send eisre Dritte wora,
oimol hand se bled vrlora,
schwaaz, rot, gold wehts nauf ond na.
A bißle Schtolz des schtoaht eis guat,
it übrheblich bloß aweng meh Muat,
mir guggat it auf andre ra.

Zollergata was bisch wora,
me packt glei d´hoilig Zora,
a Gschmäckle hentr jedem Eck.
Boschabisla, Schtefflscheißa,
ond en d´Fenschtr Schtoinr schmeißa,
am Engl schleit ma d´Ärm no weg.

So ognitze, wiaschte Koga,
gherat an de Ohra zoga,
odr glei vrschla d´Frack.
Verderbat s´Zuig zom Zeitvertreib,
hand koin Aschtand denn im Leib,
was geits bei ons doch fier a Pack.

Heit muass alls schnell ond praktisch sei,
wer hot no Zeit ond lot se ei,
sogar wenn’s goat zur letschta Rois.
Em Krematorium brennt scho s´Feir,
kaum isch rom dia Hallafeier,
auf woidle nom, s´werd mendisch hoiß.

Ibrig bleibt a Hand voll Äscha,
dia basst en jeda Hosadäscha,
d´Urn schtoaht sche im Schtoiregal.
Koi Grabbeet muass ma noa me gräsa,
nomma pflanza, häckla, beasa,
woandeschd isch des ganz normal.

Lichtblick en d´Maxischtroaß,
kaum doa, scho goat d´Umbau los,
den Schupfr hand mir netig braucht.
Vo Wiatrberg d´Reischma kutt,
ond endlich send zwoi Leerschtänd futt,
a nuir Wend durchs Schtädtle haucht.

Den Luftzug muass ma pfleaga, halta,
it bloß d´Notschtand reacht vrwalta,
s´fehlt doch no an viele Ecka.
S´braucht wohl scho an koiza Wend,
ond Leit dia was bewega wend,
mei lieabr Raut, doa muasch di schtrecka.

Seid dreißg Joahr am Weimarkt dieba,
werad bloß Guatachta gschrieba,
weags Parkplatz, Bus- ond Suachvrkehr.
Gscheah duat nix, es isch zom blära,
jedr mecht sein Vordoil mehra,
do muass a grechtr Ausgleich her.

Vor mir dond d´Bäara schwenka,
mecht ih au an d´Freind no denka,
vom Mindlhoimer Frundsbergfescht.
Dia soviel Pech bei Ihrem Schpiel,
vor ettle Däg – do griagsch fascht zviel,
nomm wenschat mir heit s´Allerbescht.

Do henda dia vrwatats nomma,
ihr werad scho an Bach no komma,
ond dahoi Forella discha.
Drom gand zua ihr Nervazipfl,
´Hoch Barthlomä´ em Hemmlsgipfl,
Ui viel Schpaß, dond saubr fischa.

Höh !   Höh !   Höh !