Fischerspruch 2008
von Oberfischer Jürgen Kolb
 

Der Fischerspruch 2008

von Oberfischer Jürgen Kolb

Vor´m ´Lea´ schtoht des große Fass,
ond ´Höh´ schallt´s raus aus jedr Gaß,
heit juscht zu onserm Fischrdag.
Mir goaht friah morgens s´Heaz scho auf,
wenn dausnd Bära gangat nauf,
am Schranna vor am Achteschlag.

Heit isch dr Dag s´duat jedr wissa,
wo mir dond auf Forella fischa,
im Schdadtbach onsrer Hoimatschdadt.
Pfirrad oi: „Dond Körner fressa“,
i sag bloß, des kasch vergessa,
heit macht a Fischle viele satt.

Zom Afang mecht i griaßa sche,
oin Schtadtbachfischr – dr OBe,
sein 60er hot´r zelebriert.
Alls isch grennt ond zematgloffa,
hot ehm dann im Rauthaus droffa,
ond mit viel Ehra echauffiert.

Sein greschta Wonsch, des sait´r frei,
„I mecht so gära Kenig sei,
ond hocka auf dr Birkathro“.
Ehm werd´s halt wiea viele ganga,
Ehrgeiz doch am End nix gfanga,
dia Poschta von ehm roichat scho.

Ond außerdem hot dr Verei,
gmoind we´mr oimol it so sei,
´ehrahalbr´ do mr´n kröna.
Alls hot sich gfreit em Rauthaussaal,
d´Kette war it orginal, dr
Jubilar wollt sich dra gweana.

Schtadtrautswahl isch au scho gloffa,
auf dr zwoite März hot´s droffa,
an Auswahl war ja wirklich gnua.
Nuie dond jetzt Schtiahl besetza,
afangs gära wenga hetza,
zletscht bleibt doch alles en dr Ruah.

Bei Bürgermoischtr Nommer zwoi,
geit´s traditionell Kippelei,
der Schtuahl isch woich ond hoch begehrt.
Kaum dreht er se bloß oimal rom,
keglat de oigne Leit ehn om,
ond s´Wählervotum isch nix wert.

Noch Nei-Ulm karrt s´halb Schtädtle nauf,
zur LGS – zoigt wiea ma drauf,
Blomakenigin vona dett.
Dr wichtigscht Ma hot ma vrgeaßa,
dr Kenig isch dahoim rom gseaßa,
der Kerle isch doch grad so nett.

En dr Schtadt en alle Ecka,
baut ond reißt ma zom verrecka,
doch des isch koi oifachs Pflaschter.
Alt ond Nui guat zom vrbenda,
isch wiea´s Viererkleeblatt fenda,
oft geit´s Schtreit ond desch a Laschter.

Wer richt a alte Bude her,
hot´s heit als Bauherr wirklich schwer,
„roicht au mei Geld ond gfallt´s de Leit ?“
Außaschalung, Fenschtr, Gauba,
alls muaß bassa derfsch mr´s glauba,
für so was brauchsch en Haufa Zeit.

Wenn escht dr Abbruchbagger kutt,
isch´s Haus für alle Zeita futt,
Kultur ond Gschichte hangt mit dra.
Hot a altes Haus koin Nutza,
ohne Wohna, Leaba, Butza,
dann send Lösungsvorschläg rar.

Viele diea so gscheit raus schwätzat,
ond für´s alte Zuig eisetzat,
flackat em oigna Gataschtuahl.
Hand zwoi Garascha, Luft ond Licht,
ond d´Hausverwaltung diea alls richt,
em nuischta Haus – weit duss – ganz cool.

Der Nuibau vom Theater dieb,
verschlingt des Budget wiea a Sieb,
Milliona legt Schtadt obadrauf.
Ob´s jetzt no roicht mir hoffat´s schwer,
ond Kämmerei brengt´s Geld no her,
für´s nuie Freibad – des kommt auf.

Oins hau i no saga wella,
weags am Umgang mit Forella,
vom bleda Gschwätz grieag i a Wuat.
Land´s halt sei des Nörgla, Dresa,
ihr diea so arg blass om d´Nesa,
mir wissat lang scho wiea ma duat.

So jetzt dond ui woidle schicka,
vor dr Wallaschtoi kommt gritta,
der an Bsuach macht für acht Dag.
Auf dond uire Bära schwenka,
i dua no a Schlückle drenka,
auf onsern scheana Fischrdag.

Höh !   Höh !   Höh !