Fischerspruch 2009
von Oberfischer Jürgen Kolb
 

Der Fischerspruch 2009

von Oberfischer Jürgen Kolb

Griaß Gott Ihr Leit auf Platz ond Brucka,
heit hoißt´s a wenga zematrucka,
der Bauschtell zollat mir Tribut.
Eis Fischr sott des it groß schtera,
der Kenig gauht ond Du kasch´s wera,
wiea alle Jauhr ond des isch guat.

Wo geit´s denn des auf dera Welt,
heit fraugt ma it noch Rang ond Geld,
ob mentisch knapp, ob satt ond reich.
Dr Schmotz lauft alle nei en d´Schuah,
ond vor nix fangsch do hosch koi Ruah,
beim Fischrdag send alle gleich.

Zom Hoimatfescht zoigat sich gära,
so manchr Magischtrat mit Bära,
volksnah ond mit Fischrhuat.
Samt eiserm Obrbürgermoischtr,
ond hofft auf guate Schtadtbachgoischtr,
i griaß all wo´s moinat guat.

Wo mir grad so nett beinandr,
s´fraugat sich dr oi ond andr,
was schtauht a wiea derf ma plana.
Packtr´s nomol ond schlait zua ?
Haut er noch dreißig Jauhr scho gnua ?
Des zom sa wär heit dr Rahma.

Scheints Ivo muaß no überlega –
was schpricht drfüar ond was drgega,
mir send so ananandr gwehnt.
Ob alt, ob nui, ob Weib, ob Ma,
wer OBe macht des schtauht no a,
drweil ma no zwoi Kenig krent.

Wer it bis nägschtes Jauhr will wata,
dau gäb´s ja no an Kandidata,
dr Rolf duat noch Berlin scho blicka.
Zom Bundestag ganz ovrmeassa,
einscht isch´r auf em Thron dobgseassa,
Exkenig ka ma do scho schicka.

Wer sich zur Wahl schtellt füar a Amt,
der braucht viel Schneid ond au Vrschtand,
du kasch´s it jedem macha reacht.
Sotsch ganz neh dra sei bei de Leit,
dem it nochlaufa wo bloß schreit,
folgsch Herz ond Hira liegsch niea schleacht.

Sogar em Firschtagsverei,
wollt nemad erschtr Vorschtand sei,
ond soviel schaffa ohne Geld.
Um so meh Dank ond viel Reschpekt,
de drei diea sich hand it verschteckt,
ond s´Feld zurückland guat beschtellt.

Dr Präsident vom deitscha Land,
huir scho auf´m Marktplatz schtand,
vom Balko lobt d´Schtadt ond d´Leit.
Der ´Köhler´ isch a reachtr Ma,
wo schwätza ond au losa ka,
all freit sei zwoite Amtszeit.

Am Weinmarkt ka ma jatzt vrschnaufa,
Kaffee ond Loitungswasser kaufa,
hohe Aufenthaltsqualität.
Dau parkat d´Auto kreiz ond quer,
treibat d´Fuaßgängr vor sich her,
zom gscheidr wera isch´s niea z´schpät.

Attraktio am Oichhaus donda,
ganz was Nuias ward erfonda,
schmaler Schpalt zwischa zwoi Brucka.
Diea Herra wo do dana fischat,
ond irgendwiea en Bach nei miassat,
hoißat ab huir ´Glomsajuckr´.

Gschwätzt ond lamentiert isch wora,
vo Brunna ond vom Breattlabohra,
vo Vergiftr ond Verrucka.
S´oi isch scheint´s em Sand verloffa,
der Fischr bleibt mir wellat´s hoffa,
am alta Platz auf seiner Brucka.

Wenn mir vom Schrannaplatz send futt,
glei druf au scho dr Bagger kutt,
alls weard nui Bruck ond Belag.
Dr Architekt plant Fug ond Schpura,
Gittr wo zom Bach siehsch dura,
Wasserschpiel füar schene Dag.

Viele Bäum send ja a Knüller,
doch koi gozigr beim Müller,
des fend i en reachta Bock.
Bäum im Schatta vor em ´Lea´,
wer mecht do dieba Fenschtr seah,
bsondrs ab em erschta Schtock.

Füar huir hau i bruttlat gnua,
ond Zeit lauft futt des kommt drzua,
manchr haut´s an Bach no weit.
Haltat onsrn Dag en Ehra,
schaffat saubr mit de Bära,
i wünsch all a guate Zeit.

Höh !   Höh !   Höh !