Fischerspruch 2011
von Oberfischer Jürgen Kolb
 

Der Fischerspruch 2011

von Oberfischer Jürgen Kolb

Gott zom Gruaß ui Fischrgsella,
heit kocht ma bei ons Forella,
ka´s ebbas scheners geaba ?
Wiea´s Brauch zu onserm Hoimatfescht,
füar Leit von dau ond au füar d´Gäscht,
send zfrieda, feirat s´Leaba.

Letschts Jauhr am Weinmarkt war´s au reacht,
als Ausweich füar oimol it schleacht,
doch geit´s koin Zweifel wiea i moi.
Do hoba uf´m Schrannaplatz,
beim Fischrbronna onserm Schatz,
send mir am Fischrdag dahoi.

Der nuie Platz isch doch famos,
bei Dag ond Nacht isch jetzt was los,
heit derf ma au mol dankbar sein.
Weil gsorgat hand das alls weard gricht,
ond Südschtadt griagt a nuias Gsicht,
dr Raut, OBe ond Schwingenstein.

Bsonders gilt´s zom äschdemiera,
onserm Schtifter ond Schpendierer,
der Fischer schtrahlt em nuia Glanz.
Wenn jetzt no scheint a Licht bei Nacht,
den Kerle a, dann isch´s vollbracht,
dann haut des Ganze no meh Schlanz.

Mei Freind der oifach hockat da,
ond guggat was dr Bach goht na,
alls was hosch dick ond gera masch.
S´ganz Jauhr denksch an dr Fischrdag,
ond wer des Fescht it gera mag,
dem zoigt´r halt sein kalta Asch.

S´richtig Weattr vorzomsaga,
d´Wetterfrösch dond oft vrzaga,
länger wiea drei Schtond voraus.
In Memminga dau woiß ma scho,
am erschta Dag aus Traditio,
fallt´s Schtadtfescht weaga Reaga aus.

Om´s Vrschieaba dau führt koi Weag,
dr Herbscht haut au no schene Däg,
zwischa onsre Marktplatzmeira.
Zom 40er-Jubiläumsfescht,
send huir glada alle Gäscht,
glei zwoi Däg lang mit zom feira.

Füar´s äußere Erscheinungsbild,
haut d´Schtadt en Sack nei glangt wiea wild,
rond om s´LTS-Gemeier.
Optimal isch´s zom probiera,
mola, baua, tapeziera,
füar d´Kultur isch ons nix z´teier.

Doch intern sei it alls wohlfeil,
oi pfirrat omanand zom Doil,
meh Mobbereia als wiea Lob.
Zletscht muaß doch reacht gschpässig ticka,
wer verbieadat oifach s´Schtricka,
de Fraua von dr Garderob.

All Leit haut der Brunna gfalla,
en dr Schparkassschalterhalla,
dob bei dr Josefskircha grad.
Drei Herra diea d´Mau wend fischa,
em Zubr – dond en it vrwischa,
verschtaubt em Keller, des isch schad.

Onsr Klima duad se wandla,
d´Menschheit schloft anschtatt zom handla,
des CO2 macht´s Schnaufa schwer.
Oimats soicht´s all hui aus Kiebel,
anderschtwo futztrocka – iebel,
dau muaß a nuias Denka her.

Anschtatt d´Sonna eizomfanga,
diea scheint all Dag ohne Blanga,
auf alle Dächer ond an d´Wand.
“Bei ons koine Kollektora”,
klingt´s vom Raut zu meine Ohra.
wiea lang haut der Beschluss no Bschtand?

Weil jetzt alle Schtroßa fetig,
wär s´nui Überdenka netig,
was gschieht beim Innaschtadtverkehr?
Von mir aus land bei Dag offa,
dr Weinmarkt kennt sei – mei Hoffa,
Sonntags ond Obends autoleer.

D´Claudia Knoll haut d´Luscht vrlora,
doch d´Frau Böck glei auserkohra,
füar Bürgermoischtr Nummr zwoi.
Dr Ivo muaß em hoha Altr,
an a nuia Frau jetzt halta,
bloß en seim Rauthaus – it dahoi.

Gischblig werad scho diea Herra,
ond dond mit de Fiaß wild scherra,
schnell futt mit ui, auf an dr Bach.
I derf jetzt d´Hompa heba,
loss d´Barthlomä hochleaba,
viel Glück ond schaffat uir Sach.
   
Höh !   Höh !   Höh !